hochsensibel oder hochneurosensitiv

Seit einigen Jahren findet sich eine ergänzende Forschungsrichtung zum Thema Sensibilität, die Neurosensitivität. Sie beruht auf den Erkenntnissen von Dr. Michael Plüss www.michaelpluess.com. Wer sich einmal mit Intelligenz beschäftigt hat, konnte lernen, dass sie einer Normalverteilung, der berühmten Gaußschen Kurve, unterliegt. Und genau so soll es sich laut Plüss mit der Neurosensitivität verhalten.

Dr. Elaine Aron hat die Hochsensibilität als ein Temperamentsmerkmal beschrieben, das 15 bis 20 % der Menschen betrifft. Dr. Sandra Konrad https://www.hsu-hh.de/diffpsych/team/sandra-konrad konnte dies mit ihrer Promotion bestätigen. Beide gehen davon aus, dass es eine klare Trennung zwischen hochsensiblen und nicht-hochsensiblen Menschen gibt.

 

Plüss kommt nun zu neuen Ansätzen. Ihm zufolge gibt es diese klare Trennung nicht, sondern ähnlich wie bei der Intelligenz, gibt es hohe, normale und niedrige Neurosensitivitäten. Die Normalsensitiven sollen ca. 40 % ausmachen, die niedrigen beziehungsweise hohen jeweils ca. 30 %. Dabei sollen die Übergänge dem Verlauf der Gaußschen Kurve entsprechen. Aron und Plüss sollen sich vor einiger Zeit getroffen haben und darüber einig geworden sein, dass Hochsensibilität und Hochneurosensitivität das gleiche Phänomen beschreiben, auch wenn sich die Prozentzahlen nicht decken.

 

Aus meiner praktischen Erfahrung heraus kann ich mit dem Ansatz von Plüss etwas anfangen, denn er deckt sich durchaus mit meinen Beobachtungen. Und noch etwas gefällt mir daran: wir dürfen uns zukünftig vielleicht hoffentlich von dem Begriff hochsensibel lösen und die neutrale Bezeichnung neurosensitiv  verwenden.